Das Gebet des Glaubens

Die FEG March führte ein vierteiliges Gebetsseminar «Wirkungsvoll für Menschen beten» durch. Schon am ersten Abend waren die Zuhörer überrascht, als ich ihnen aufgrund von Apostelgeschichte 12 aufzeigte, dass die Gemeinde in Jerusalem nicht «im Glauben» für die Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis betete. Dazu war sie gar nicht in der Lage, weil …

Glauben "produzieren"?

Erst am letzten Seminarabend lüftete ich das Geheimnis, wann wir das «Gebet des Glaubens» beten können. In Markus 11,24 sagt Jesus: «Wenn ihr betet und um etwas bittet, dann glaubt, dass ihr es empfangen habt, und die Bitte wird euch erfüllt werden, was immer es auch sei.» Das bedeutet nicht, dass wir Jesus mit unserem Glauben manipulieren können – so nach dem Motto: Wenn wir genügend Glauben «produzieren », dann muss Jesus handeln. Wann können wir im Glauben beten? Wenn wir Gottes Willen kennen! «Wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht, erhört er uns. Und weil wir wissen, dass er unsere Bitten erhört, können wir sicher sein, dass er uns das Erbetene gibt» – so sicher, als hätten wir es bereits bekommen. (1. Johannes 5,14f.).

Erhörliches Gebetsanliegen erkennen

Wie erkennen wir Gottes Willen? Erstens, wenn uns die Bibel eine konkrete Zusage gibt, dass Gott dieses Gebet erhören will. Wenn uns beispielsweise in einer Situation Weisheit fehlt, dann verheisst uns die Bibel (Jakobus 1,5): «Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt, bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gerne und macht keine Vorhaltungen. Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Glaubens vorbringen …» Aufgrund dieser Zusage können wir das «Gebet des Glaubens» beten. Wir wissen, dass Jesus dieses Gebet erhört! Zweitens wenn uns der Heilige Geist eine Zusage in unser Herz gibt (Römer 8,26): «Der Geist tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein […] Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten.» Während unseres Gebets zeigt uns der Heilige Geist, dass er dieses Gebet erhören will. Ein Gelähmter sitzt vor der Pforte des Tempels und bettelt. Petrus und Johannes wissen – offensichtlich durch das Reden des Heiligen Geistes –, dass Jesus ihn heilen will. So sagt Petrus im Glauben: «Silber und Gold habe ich nicht, aber was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!» Der Mann wurde geheilt! In meinen Gebeten möchte ich den Willen Gottes immer besser erkennen lernen, damit ich das «Gebet des Glaubens» beten kann. Seien wir aber nicht entmutigt, wenn wir den Willen Gottes nicht immer klar erkennen. Auch dann dürfen wir erwartungsvoll beten. Zwar nicht das «Gebet des Glaubens» – dennoch werden wir Gebetserhörungen erleben. Einfach weil Jesus Christus uns liebt!

Autor

  • Beat Abry
  • Evangelist FEG Schweiz
  • beat.abry@bluewin.ch