Die Sache mit den Prioritäten

In einer GemeindegründungsGemeinde predige ich momentan den Propheten Haggai durch. Gott schickte ihn, weil das Volk Gottes die Prioritäten in seinem Leben falsch setzte. Sie lebten nach dem Motto «Zuerst ich, dann Gott!».

Gott hatte dem Volk die Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem ermöglicht. Der persische König Kyros hatte ihnen sogar erlaubt, die Stadt und den Tempel wiederaufzubauen. Nach der Rückkehr haben die Juden den Brandopferaltar auf dem Tempelplatz wiederhergerichtet und begannen mit dem Tempelbau. Doch bald gab es Widerstände, Schwierigkeiten und Entmutigungen. So liessen sie den Tempel links liegen. Nach 16 Jahren Baustillstand schicke Gott Haggai zum Volk. Die Juden hörten folgende Botschaft:

«So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: ‹Dieses Volk behauptet, es sei noch zu früh, meinen Tempel wiederaufzubauen. Aber es ist offenbar nicht zu früh, dass sie selbst in prächtigen Häusern wohnen, während mein Haus noch in Trümmern liegt! …›» (Hag. 1,2–4).

Gottes Anliegen ist sein Tempel! Er soll gebaut werden! Neutestamentlich ist damit die Gemeinde gemeint, Gottes Tempel heute (Eph. 2,21; 2. Kor. 6,16). Sagen heute auch viele aus Gottes Volk: «Es ist jetzt nicht dran, Gemeinden zu gründen und aufzubauen. Wir müssen uns zuerst um unsere Dinge kümmern.»? Ich habe diese Aussagen schon gehört. Ermutigen wir uns doch gegenseitig, Gott und seine Anliegen an die erste Stelle zu setzen. Das lohnt sich! Das ist auch ein Grund, warum wir uns als Vision Europa dem Herzensanliegen Gottes widmen. Wir wollen alles daransetzen, dass in Europa weitere Gemeinden gegründet und aufgebaut werden. Aber das können wir nur gemeinsam. Darüber lohnt es sich doch, in den Ferien mal nachzudenken und zu beten, oder?

 

 

Autor

Jürg Wüthrich