Macht der liebe Gott eigentlich auch Sport?

Im Handelsblatt erschien ein Artikel zum Thema «Gesundheit ist die neue Religion». Eingeleitet wird der Artikel mit der folgenden Anekdote: «Daddy, macht der liebe Gott eigentlich auch Sport?», fragte mich meine Tochter neulich, während ich mich von meiner Familie verabschiedete, um zum Tennis zu fahren. Gerade als ich mit einem «Hmm» etwas Zeit für eine Antwort schinden wollte, fügte meine Kleine noch hinzu: «Der muss doch auch was tun, damit es ihm gut geht.»

Altersvorsorge und Gesundheit sind meistgenannte Themen, die gemäss Sorgenbarometer einer grossen schweizerischen Bank die Schweizerinnen und Schweizer beschäftigen. Das ist weiter nicht verwunderlich, da sich Gesundheit, und damit verbunden auch die Alterserwartung, zur Religion entwickelt hat. Interessant, was dafür alles an Zeit und Geld geopfert wird. Verschiedenste Präparate, welche uns gesund halten sollen werden uns angepriesen, und offenbar boomt diese Branche. Dabei taucht auch immer wieder der Begriff «wirkungsvoll» auf – und oftmals halten die Produkte nicht, was versprochen wird. Natürlich finde auch ich einen gesundheitsfördernden Lebenswandel wichtig. Paulus fordert uns dazu in 1. Korinther 3,16–17 auf. Aber zur gesunden Lebensweise gehört nicht nur das körperliche Wohlbefinden. Als Christen achten wir auf unsere geistliche Gesundheit. Die Beziehungspflege mit unserem Schöpfer ist dabei bedeutungsvoll. Wir lesen in seinem Wort, durch welches er sich uns offenbart, tauschen mit ihm aus, was uns bewegt und hören auf sein Reden. Entgegen der Werbung für Gesundheitsprodukte wissen wir aus Erfahrung, dass dies wirkungsvoll ist. Das Verhältnis zwischen der Achtsamkeit auf unseren Körper und derjenigen auf unsere Seele muss stimmen, damit wir «wirkungsvoll beten. leben. reden»

Wie würden wohl die Themen meines «Sorgenbarometers» lauten? Sorge ich mich auch zuerst um ein langes Leben und Gesundheit? An welcher Stelle käme wohl die Sorge um die Errettung von Menschen aus meinem Umfeld? Das FEG-Credo «wirkungsvoll beten. leben. reden» wird an der FEG Conference vom 6.–8. September 2019 noch einmal herausfordernd und ermutigend vertieft und ich bin überzeugt, dass wir als Christen mit der Umsetzung die Schweiz nachhaltig prägen. Anmeldungen zur Conference auf www.feg-conference.ch sind nach wie vor möglich.

Wirkungsvoll beten bedeutet nach dem Willen, der Absicht und Vision Gottes für mich persönlich, für andere oder Situationen zu fragen. Gelingen kann dies nur, wenn mein Vaterbild Gottes richtig gesetzt ist. Aus der gelebten Beziehung zu Gott werden wir bestärkt, Liebe, Vergebung und Achtsamkeit wirkungsvoll zu leben. «Predige das Wort zu jeder Zeit; wenn nötig, benutze Worte.» Das Zitat von Franz von Assisi ist richtig, wird aber wohl allzu gerne als Vorwand angeführt, nicht über das Evangelium zu sprechen. Ich meine, dass wir da Assisi etwas in den Mund legen, was er so nicht gemeint hat, denn mit dem wirkungsvollen Beten und Leben ist wirkungsvoll reden eine logische Konsequenz. Hilfreich dabei wird sicher das neue FEG-Credo «neugierig vertrauen. gestalten. beschenken», welches wir in den nächsten drei Jahren vertiefen.

PS: Ob Gott Sport treibt oder nicht, weiss ich nicht.

Autor

Matthias Anderegg